Willkommen

Herzlich willkommen! auf meiner Website. Ich bin freier Journalist auf mehreren Spielfeldern und lade Sie ein, mich und  meine Arbeit näher kennen zu lernen. 

 

 


Schon die Römer hatten Probleme
Die Briten und Europa

gesendet im Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen − 27. März 2019, 19.30 Uhr


"Wir werden uns nie ergeben" − so hatte Winston Churchill 1940 seine Landsleute eingeschworen, als die Invasion Nazi-Deutschlands drohte. An den Stränden wollten sie kämpfen und in den Städten. Das taten sie noch, als friedlich in der Europäischen Union vereint war − die Fischer von Brixham und die Banker von London.
So ist er dann passiert, der Brexit. Der Auszug der Briten aus Europa nach fast 40 Jahren Skepsis. Der Ausgang des Referendums war denkbar knapp, 52% überstimmen 48% und entschieden für die Trennung.
Wahrscheinlich spielt das über Jahrhunderte gewachsene Selbstbild vom Inselvolkes, das an den Stränden seine Freiheit verteidigt, eine wichtige psychologische Rolle. Gegen die Römer musste man kämpfen, gegen die Normannen, die Spanier, die Deutschen, die Brüsseler - wer auch immer einen Fuß auf britischen Boden setzen wollte.
Es scheint, dieses Gefühl "Wir-gegen-den-Rest-der Welt", habe die Brexit-Entscheidung bestimmt - auch wenn die Vernunft etwas anderes nahe gelegt hätte.
Diesem Gefühl werden wir nachgehen und fragen: Sind die Briten strukturell nicht zur Gemeinschaft tauglich?

 

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Händler bei der Fischauktion in Brixham - noch pro-Brexit

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Die Gier und ihr Preis
Der Schriftsteller John Lanchester in einer Langzeitbeobachtung

gesendet in Radio Berlin-Brandenburg, Kulturtermin — 30.03.2019, 19:04 Uhr

 

"Warum erzählt man eine Geschichte: Weil jemand sie hören will.", sagt eine Figur in John Lanchesters neuem Roman "Die Mauer".
Am Anfang -1996 - hörte man ihm gern zu: Sein erster Roman "Die Lust und ihr Preis" war eine wunderbar leichte, süffisante Erzählung über einen hoch kultivierten, eitlen, arroganten Mörder. Nur ein Engländer konnte solch eine Geschichte schreiben.
Danach wandte sich John Lanchester, nebenbei Mitglied des renommierten "London Review of Books" und Autor mehrerer Zeitungen, den "ernsten" Themen zu: Unter anderem mit "Hotel Empire" der britischen Vergangenheit als Kolonialmacht. Mit "Kapital" beschrieb er die Folgen eines ausufernden Finanz- und Immobilienmarktes,  "Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt" untersucht die Folgen der Finanz- und sein jüngstes Buch "Die Mauer" (2019 ) die Konsequenzen aus dem Klimawandel. Lanchester erzählt eine Geschichte mit einem bitteren Ende. Die Frage ist nur "… will jemand sie hören?"
John Lanchester hat sich in seinen fiktionalen und seinen Sachbüchern als ein Schriftsteller von Humor und Menschenfreundlichkeit gezeigt, dem aber allmählich, die Katastrophe vor Augen, der Humor ausgeht - bei gleichbleibender literarischer Qualität.

 

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Landungsverbot am Fluss Dart

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László Krasznahorkai, der Meister ausgezeichneter Bedrohungsszenarien

gesendet im Deutschlandfunk

 

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Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai, der in Berlin lebt, hat sich einen Namen erworben, oder anders, eine eigene Marke erschaffen -  zum einen durch die Themen, über die er schreibt und zum anderen durch die Art, wie er schreibt. Er mag keine Punkte. Es soll von ihm sogar den Satz geben: Nur Gott darf Punkte setzen, also setzt er Kommata. Schier endlos sind seine Perioden, jede Aussage wird immerzu umspielt von Einschränkungen, Rückversicherungen, Nebenlinien, Kommentaren - verbunden, aber nicht gegliedert, durch Kommata. Seine Bücher - Rezensenten fühlen sich an Franz Kafka und Herman Melville erinnert - beschreiben düstere Bedrohungsszenarien in feucht-modrigen Randlandschaften, in denen oft ein einsamer, alter, müder, intellektueller Sonderling von einer Horde dumpfer Aggressoren attackiert wird. Aber in diesen schwarz-weiß fotografierten Romanen blitzen immer mal  wieder Farbpartikel von manchmal bösem, manchmal skurrilen Humor auf - so, als sei nicht alles nur schrecklich. So auch in seinem neuesten Roman "Baron Wenckheims Rückkehr". Und was geschieht bei Baron Wenckheims Rückkehr? Man wird sehen…

 

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Auf Stütze

Der Stock - Ikonografie des Wanderns

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 23.9.2018

 

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Der letzte Stockmacher

gesendet im Deutschlandfunk

      Es ist wieder diese Zeit im Jahr. Der Wandertrieb bricht sich Bahn - wahrscheinlich ein Relikt aus unserer Vorzeit als Nomaden. Da ist kein Halten mehr vor dem Fernseher. Die Schuhe werden aus dem Keller geholt. Der Hut von der hintersten Ablage genommen. Der Brustbeutel aus der Schublade mit dem Schröttel gekramt. Aber was nehmen wir in die Hand?
      Im Süden Thüringens liegt der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Die Höhen sind maßvoll (ca. 500m), die Anstiege sanft und lang gezogen.
      Am Rande des Naturparks liegt das kleine Dorf Lindewerra. Lindewerra nennt sich Stockmacherdorf. 1836 kam der Stockmacher Wilhelm Ludwig Wagner nach Lindewerra. In den Wäldern ringsum gab es genügend Rohmaterial. Seither kam und kommt aus Lindewerra das Hilfsmittel, das dem Wanderer unentbehrlich ist: der Stock.

 


Tatort Dorf - Der Boom des deutschen Regionalkrimis

gesendet im rbb Kulturradio

"Heimat" scheint das Reizwort der deutschen Gegenwartskultur zu sein. Es ist gleichsam ein ergänzender Kampfbegriff zu dem Wort "Migranten" geworden, von denen man nach Ansicht vieler die "Heimat" frei halten muss.
Seit einigen Monaten gibt es sogar ein Bundes-Heimatministerium. Es gibt diesen Titel, aber keine Aufgaben, die sich einzig mit dem Begriff "Heimat" verbinden würden. Was das "Heimatministerium" für die Bundesrepublik leisten soll, ist noch unklar.
Um den "Heimat"-Begriff aus dem Griff der wirklichen oder nur selbst ermächtigten Experten zu befreien, haben wir Schriftsteller befragt, was sie unter Heimat verstehen. Seit Jahren boomt der Regional-Krimi in Deutschland. Gerade die Orte abseits der Metropolen sind Schauplätze geworden von Schrecken und Verbrechen - dort, wo eine Johanna Spyri aus Heidi`s  Bergwelt oder der plattdeutsche Dichter Augustin Wibbelt oder der Heideschriftsteller Hermann Löns noch Natur, Gemütlichkeit und schlichtes Denken vermuteten.
Fragen wir die Krimi-Autoren, was sie von "Heimat" halten - Sabine Schulze Gronover aus dem Münsterland, Rolf Kramp aus der Eifel und Christiane Dieckerhoff aus dem Spreewald..
 

 

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111 Orte in Brandenburg: Ein Interview mit dem rbb Brandenburg, dem Heimatland meines Buches. Vielen Dank, Magdalena Bienert!

 

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111 Orte in Brandenburg: Ein großer Artikel im "Havelländer", der aus den Anregungen meines Buches gleich eine ganze Beilage gezaubert hat. Schönes Blatt, Kollege Hesse!

 

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111 Orte in Brandenburg: Ein tolles Interview im rbb Kulturradio mit Gastgeberin Shelly Kupferberg. Vielen Dank dafür!

 

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Frisch erschienen: 111 Orte in Brandenburg

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Brandenburg - von Berlin aus ist das alles drumrum und reicht sogar bis zum Horizont. Das Land hat eine lange, spannende, zum Teil auch skurrile Geschichte.
 
Da habe ich die Themen für mein neues Buch gefunden.
 
Viel Spaß dabei!

 


Text ist nicht alles

Natürlich bleiben die Bücher, was sie immer waren: liebenswürdige Begleiter für lange Abendstunden oder kurzweilige Vergnügungen.
Allerdings: Bedrucktes Papier zwischen Pappdeckeln wird nicht länger allein den Markt der Geschichten beherrschen.
Die Welt ist heute viel stärker bildorientiert als noch vor zwanzig oder zehn Jahren. Darin wird die Literatur ihre Chancen sehen. Andere Medien bieten sich an - Musik, Malerei, Animation, Foto, Video, Spiele: Wenn es hilft, werden sich die Geschichten dort neue Helfer suchen. Und sehen, was geht.
Um herauszufinden, was alles möglich ist, hatte ich mich auf eine Reise begeben - nach Jakarta, nach Amsterdam, nach Berlin.


Über diese Reise in die Zukunft des Erzählens habe ich berichtet auf:

 

Deutschlandradio Kultur am 17.02. 2017 19.30:
"Text ist nicht alles - Erzählen im multimedialen Zeitalter"

 

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Zwei Luther-Biografien

Luther ist bereits überall und unausweichlich. Naturgemäß kann auch ich dem Thema nicht entgehen. Im kommenden Jahr gibt es dazu eine Deutschlandrundfahrt auf Deutschlandlandradio Kultur, aber jetzt erst einmal die Rezensionen von zwei Biografien = mein Einstieg ins Lutherjahr.

 

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Schreiben im Bruegel-Land

Ein Besuch bei den Gastländern der Frankfurter Buchmessetl_files/p_staenner/fotos_radio/1610_buchmesse/buchmesse01.jpg

 

Auf einer Reise vor einigen Wochen durch das belgische Flandern und die Niederlande habe ich viele belgische und niederländische Schriftsteller kennengelernt und interviewt. Was mir spannende Einblicke gab in die niederländischsprachige Literatur. Zur Buchmesse, wo Flandern und die Niederlande Ehrengäste waren, habe ich aus den Gesprächen auf dieser Reise eine Sendung für das Kulturradio des Radio Berlin Brandenburg rbb geschrieben.

 

 

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Im Dezember wird eine weitere Sendung mit Aufnahmen dieser Reise folgen. Dann geht es im Deutschlandradio Kultur um crossmediale Literatur, also den Moment, in dem Erzählungen nicht nur gedruckt werden, sondern sich mit anderen Medien verbinden. Und wo könnte man sich zu diesem Thema besser informieren als im comicversessenen Belgien.


Über Lothar Gall: Hardenberg. Reformer und Staatsmann

Piper Verlag, 288 Seiten, 24 Euro
ISBN: 978-3-492-05798-1

 

Deutschlandfunk / Andruck – Das Magazin für Politische Literatur
Montag, 29. August 2016 19:15 – 20:00 Uhr
am Mikrophon: Monika Dittrich


Schleswig an der Schlei

gesendet im Deutschlandfunk

Der Name des kleinen Städtchens heißt übersetzt "Hafen an der Schlei".
Das klingt schon sehr entlegen und gemütlich und trotzdem ist Schleswig so populär wie seit Jahrzehnten nicht. Der Grund ist Joachim Meyerhoffs Bestseller "Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war", in dem der Schauspieler und Schriftsteller seine Kindheit auf dem Hesterberg beschreibt - in einer von zwei Psychiatrien in dem 25. 000 Einwohner-Ort. "Es war behütet, aber natürlich schon vom ersten Moment an immer behütet innerhalb dieses Krankenhauses." - klar, sein Vater war Direktor der Kind- und Jugendpsychiatrie.
Neben der Psychiatrie gab es noch mehrere Jugendknäste - es scheint, als habe sich die Stadt darauf spezialisiert, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht präzise in die Gesellschaft passen, eine Heimat zu geben.
Steht Schleswig also tatsächlich in "verrückter Tradition"? Immerhin hat es auch einen begehbaren Globus, was ebenfalls eine populäre, aber schon schräge Idee ist. Und es gibt eine Wikingerstadt, die die Urzelle von Schleswig war. Und einen Garten, in dem die Bibel von Blumen erzählt wird - auch sehr schräg, aber schön.  Und dann noch einen Stadtteil Holm, der im Zentrum um die Kirche keinen Marktplatz hat, sondern einen Friedhof.
Was hinreißend schön und ruhig ist, aber irgendwie auch wieder schräg!

 

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Hartgekochte Eier für die Queen

Die Briten und ihre Monarchie

gesendet im Deutschlandfunk

Die Queen und die Europäische Union, so schrieb die britische "Times" zum 90. Geburtstag von Elizabeth II., seien nicht so verschieden von einander. Die Monarchie sei teuer, ineffizient und man habe sie nie durch eine Wahl bestätigt. Wie die EU in Brüssel sei sie weit davon entfernt, perfekt zu sein, aber - man brauche sie beide.
    Was die EU angeht, haben viele Engländer und Waliser inzwischen entschieden, dass sie sie nicht mehr wollen. Die Schotten und Nordiren dagegen hätten es vorgezogen, in der EU zu bleiben. Das Land ist tief gespalten und braucht umso dringender seine Königin, deren wichtigste Lebensaufgabe es war, das nach dem Zweiten Weltkrieg zerfallende Commonwealth zusammen zu halten - und nun ihre eigene Nation.
Zum 90. Geburtstag am 21. April, als alles noch gut und schön war, hatte Großbritannien ausländische Journalisten eingeladen, einen genauen Blick auf die britische Monarchie zu werfen. Ich war als Hofberichterstatter des Deutschlandradio Kultur in Windsor zum Geburtstagsständchen bei einer Queen, die vielleicht noch nie so wichtig war wie heute. Und hier kommt, was ich zu erzählen habe.

 

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Zu Besuch bei der Queen

gesendet im Deutschlandfunk

Zu Besuch bei der Queen -na ja, persönlich war sie gerade verhindert, aber sie zeigte uns Schloss Windsor. Das ist ein dunkler Kasten in der Einflugschneise von London-Heathrow. Wie immer man einen Satz beginnt - beendet wird er von einem einfliegenden Flugzeug.


Danach ging ich auf die Suche nach dem, was die Queen zur feinen Dame macht - und darüber habe ich im Deutschlandradio Kultur erzählt.

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Wuppertal schwebt - eine Stadt und ihre Kunst

gesendet im Deutschlandfunk, 6. März 2016

Mit Wuppertal ist es so eine Sache: zum einen steht die Stadt gern mal in den Schlagzeilen, weil es ihr wirtschaftlich nicht so gut geht. Zudem ist sie die regenreichste Großstadt Deutschlands. Zum anderen ist sie die einzige Stadt Deutschlands, die ein Verkehrsmittel als Wahrzeichen führt. Aber noch wichtiger: Es ist ein verführerischer und begeisternder Ort - weil Theater, Musik, bildende Kunst - weil Kultur in Wuppertal Sache der Bürger ist.
Für das Deutschlandradio Kultur war ich in Wuppertal und will unbedingt wieder hin - wegen der Kultur und wegen der Bürger.

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Welches Land wollen wir sein?

Wie Deutschland seine Zukunft gestaltet. Flensburg - Europa Universität.

Die Sendung läuft am 22. Februar 2016, um 19.30 Uhr, auf Deutschlandradio Kultur.

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Bücher, die die Schrecken der Diktatur aufarbeiten

Indonesische Autoren auf der Frankfurter Buchmesse

Aachener Zeitung, 9. Oktober 2015

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Die Farben des Regenbogens

Indonesien - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Süddeutsche Zeitung, 30. September 2015

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Die Irrtümer der unmittelbaren Anschauung

Die Stadt ist ein Moloch. Autos in Jakarta fahren auf drei Spuren fünfspurig. Fahren Stoßstange an Stoßstange - Auspuff an Ansaugstutzen. Zentimetergenau. Zwischen ihnen wimmelt eine Springflut von Rollern, Mopeds, Motorrädern, die sich in jede freie oder auch nur frei erscheinende Lücke drängt. Die Mopedfahrer tragen Helme und Gesichtstücher gegen den Dreck in der Luft, mit Bärchen- oder Tigermotiven, je nach Persönlichkeit.

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Von links nach rechts: Andrea Hirata, Denny J.A., Leila Chudori und Dorothea Rosa Herliany


Wo Männer noch wie Wölfe heulen

Früher konnte man Freizeitaktivitäten nach Chromosomen unterscheiden:
Die Männer machten die harten Sachen: sie stapften in neblige Wälder, wo sie frei lebende Tiere erschossen und im Triumph aufheulten. Sie arbeiteten auf matschigen Baustellen mit schweren Maschinen, sie hauten einander in Boxhallen auf die Augen, die anschwollen und dann aussahen wie Schneebrillen.

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Wo Männer noch wie Wölfe heulen

Deutschlandradio Kultur, 5. Juli 2015  11.00 Uhr